Zwischenbilanz des praktischen Einsatzes von Elektro LKW:

Im Rahmen des Projekts MEGAWATT sind fünf E-LKW auf der Straße, weitere drei E-LKW werden zusätzlich von CNL-Mitgliedsfirmen betrieben, welche aber nicht Teil des Projektkonsortiums sind.

Insgesamt konnten somit bereits knapp 250 Tonnen Treibhausgasemissionen, im Vergleich zum Betrieb dieser Fahrzeuge als Diesel-LKW, eingespart werden.

Die nachfolgend dargestellte Grafik zeigt die gesamten Einsparungen an Treibhausgasemissionen durch den Betrieb aller CNL Elektro-LKWs seit Projektstart im Oktober 2018 bis Jänner 2020.

Im Zuge des praktischen Einsatzes der Elektro-LKWs wird neben den technischen Parametern auch die Eignung für die jeweiligen logistischen Anwendungsfälle erfasst. Dabei sind die Rückmeldungen der Disponenten und Logistikplaner sowie der LKW-Fahrer von essentieller Bedeutung. Die wichtigsten Aussagen und Erkenntnisse sind im Folgenden dargestellt.

 

 

Wirtschaftliche Aussichten und Möglichkeiten für E-LKWs:

Für die Etablierung von Elektro-LKWs in der Transportlogistik spielt selbstverständlich die Kostensituation der erforderlichen Komponenten eine entscheidende Rolle. Im Rahmen des Projekts wird die Kostenentwicklung der wesentlichsten technischen Komponenten für eine künftige E-Logistik:

  • Batteriesysteme
  • Elektro LKWs
  • Ladeinfrastruktur

laufend evaluiert und Prognosen angepasst und verfeinert.

Die folgende Graphik zeigt eine Prognose der Kostenentwicklung von Ladeinfrastruktur unterschiedlicher Ladeleistungen im Zeitraum 2020-2030.

 

Außerdem spielt die Kostenentwicklung für Batteriesysteme eine entscheidende Rolle. Eine Kostenprognose inklusive Schwankungsbreiten bis 2050 ist in der nachfolgenden Abbildung ersichtlich.

 

Den wichtigsten und größten Kostenfaktor stellen natürlich die Elektro-LKWs selbst dar. Die folgende Grafik zeigt zwei Szenarien für die Kostenentwicklung für Elektro-LKWs mit einer Batteriespeicherkapazität von 200kWh bis 2030.


 

 

Vorläufige Zwischenergebnisse:

Zwei wesentliche Parameter beeinflussen die Umsetzung bzw. Umstellung auf Elektro-LKW-Fuhrparks wesentlich:

  • die erforderliche Energie und Leistungsaufnahme an den Ladestandorten und die hierfür erforderlichen technischen Rahmenbedingungen
  • die Gesamtkosten (TCO – Total Cost of Ownership) möglicher Elektro-LKW-Fuhrparks

Die folgende Abbildung zeigt hierzu ein exemplarisches Lastprofil eines untersuchten Logistik-HUBs. Dabei ist in grün die aktuelle Leistungs- und Energieaufnahme dargestellt. Die gelben Linien zeigen die Leistungs und Energieaufnahme durch eine 100%ige Umstellung des Bestandsfuhrparks auf Elektro-LKWs. Dabei zeigte sich hier, dass über 98% der Ladeenergie am HUB geladen werden könnte.

In Grau ist schließlich die resultierende Leistungs- und Energieaufnahme dargestellt.

 

 

Basierend auf ersten Simulationsergebnissen wurde ein vorläufiger TCO-Vergleich zwischen Diesel-LKWs und Elektro-LKWs bestimmt. In der folgenden Abbildung ist die TCO Parität zwischen Diesel- und Elektro-LKWs in Abhängigkeit vom Anschaffungsjahr dargestellt. Jeder Punkt steht dabei für einen LKW – die unterschiedlichen Farben für die jeweiligen Anschaffungsjahre. Für Punkte die unterhalb der blauen Kosten-Paritätslinie liegen, gilt, dass eine Neuanschaffung als Elektro-LKW billiger käme als ein Diesel-LKW.

Weitere Optimierungen im Rahmen des Projekts MEGAWATT sollen helfen die planbaren Kosten weiter zu senken, um den Einsatz von Elektro-LKWs bereits in wenigen Jahren großflächig auch wirtschaftlich interessant zu gestalten.